Eventrückblick

Pitch Club #35

09. September 2026

Am 9. September 2026 wurde das “GAIA” in Frankfurt erneut zum Treffpunkt für Gründergeist, Innovation und Investment: Die 35. Ausgabe des Pitch Club brachte Startups, Investorinnen und Investoren sowie zahlreiche Gäste zusammen und bot jungen Unternehmen die Gelegenheit, ihre Geschäftsmodelle einem fachkundigen Publikum vorzustellen.

In jeweils sechs Minuten hatten die Gründerinnen und Gründer die Herausforderung zu meistern, ihre Ideen auf den Punkt zu bringen, Potenziale aufzuzeigen und die Jury von ihren Vorhaben zu überzeugen. Die anschließenden Fragerunden machten deutlich, wie vielfältig die präsentierten Geschäftsmodelle waren und wie intensiv sich das Publikum mit den einzelnen Konzepten auseinandersetzte.

Nach dem offiziellen Programm verlagerte sich der Austausch von der Bühne in den Networking-Bereich. Bei Snacks und Getränken entstanden persönliche Gespräche zwischen Startups, Investorinnen und Investoren und weiteren Gästen. Dabei wurden Kontakte vertieft, Erfahrungen geteilt und neue Anknüpfungspunkte für zukünftige Zusammenarbeit geschaffen.

Der Pitch Club #35 zeigte einmal mehr, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen innovativen Startups und erfahrenen Akteurinnen und Akteuren aus der Wirtschaft ist. Die Veranstaltung bot nicht nur eine Bühne für neue Geschäftsmodelle, sondern schuf auch Raum für Inspiration, Feedback und neue Verbindungen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Startups, Gästen, Investorinnen und Investoren sowie dem Team des “GAIA”, die den Pitch Club #35 mit ihrer Energie, ihrem Interesse und ihrem Engagement zu einem erfolgreichen Abend gemacht hatten.

Celective entwickelt digitale Lösungen für eine effizientere und strukturierte Beweissicherung im kommunalen Umfeld.

Mit dem System „WildmüllBLITZER“ unterstützt das Unternehmen insbesondere bei der Erfassung und Meldung illegaler Müllablagerungen. Die Lösung ermöglicht eine digitale und nachvollziehbare Dokumentation von Verstößen direkt vor Ort. Dabei werden relevante Informationen und Beweismittel systematisch erfasst und für die weitere Bearbeitung aufbereitet. Ziel ist es, Kommunen und zuständige Stellen bei der effizienteren Bearbeitung von Umwelt- und Ordnungswidrigkeiten zu unterstützen. Durch die Digitalisierung bestehender Prozesse können Abläufe vereinfacht und Bearbeitungszeiten reduziert werden.

Celective verbindet dabei moderne Technologie mit einem konkreten praktischen Nutzen für Städte, Gemeinden und Behörden. So entsteht eine zeitgemäße Lösung für eine sauberere Umgebung und effizientere kommunale Prozesse.

CYANIS ist ein Technologieunternehmen für AI-Inference-Infrastruktur in Europa. Das Unternehmen entwickelt und orchestriert modulare GPU-Pods, die von etablierten OEMs gefertigt und an bestehenden Energiestandorten betrieben werden.

CYANIS verbindet Energiepartner, Hersteller, Kapitalgeber und Kunden und steuert die entstehende Infrastrukturflotte über eine eigene Orchestrierungssoftware. Diese verteilt AI-Workloads energie- und jurisdiktionsbewusst und berücksichtigt Compliance-Anforderungen regulierter Kunden. Damit adressiert CYANIS zwei zentrale Engpässe: den Mangel an kurzfristig verfügbarer AI-Rechenkapazität und lange Wartezeiten auf neue Netzanschlüsse. Kunden erhalten kontrahierte AI-Inference-Kapazität unter deutscher bzw. EU-Jurisdiktion, ohne eigene Hardware betreiben zu müssen.

Das asset-light Geschäftsmodell basiert auf langfristigen Take-or-pay-Verträgen und ring-fenced Projektgesellschaften. CYANIS wurde 2026 in Hamburg gegründet und befindet sich aktuell in der Seed-Finanzierungsrunde.

Voyager AI transformiert die Reisebranche mit einer AI-nativen Plattform für Reiseagenturen, die die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Das Unternehmen adressiert eine fragmentierte Industrie mit einem ausgeprägten Nachfolgeproblem und fokussiert sich daher auf inhabergeführte Reiseagenturen mit Inhabern über 55 Jahren. Das Versprechen: Voyager AI halbiert die IT-Kosten und steigert die Kapazitäten der Agenturen um das Siebenfache.

Damit schafft das Unternehmen die Grundlage für profitablere und langfristig wertvollere Agenturen. Gleichzeitig wird das bisherige One-Off-Projektgeschäft in einen planbaren Recurring-Revenue-Stream überführt. Voyager AI erzielt Umsätze über eine monatliche Gebühr von 49 EUR pro User sowie eine Booking-Commission von 1–3 % auf zusätzliches Buchungsvolumen über die Plattform.

In der aktuellen Finanzierungsrunde sollen 750.000 € aufgenommen werden, mit dem Ziel, im zweiten Jahr den Break-Even zu erreichen. Für Jahr fünf plant Voyager AI mit 600 vertraglich gebundenen Agenturen, 30,9 Mio. € Umsatz und einer EBITDA-Marge von 88 %.

Die enamentis GmbH ist ein in Berlin ansässiges Technologieunternehmen, das die Logistikabläufe für Sterilgut durch die Kombination von KI und Robotik – sogenannte „physische KI“ – vollständig automatisieren möchte.

Die Vision des Unternehmens ist ein nahtloser und autonomer Sterilgutkreislauf. Im Mittelpunkt steht die Cir.Log®-Plattform, eine modulare Plug-and-Play-Smart-Kamera-Technologie für zuverlässige, markierungsfreie Objekterkennung und Echtzeit-Dokumentation. In Kombination mit Steri.Bot®, der firmeneigenen Robotik-Initiative, ermöglicht enamentis eine durchgängige Automatisierung für die SPD/AEMP der nächsten Generation. Die Lösungen lassen sich in bestehende Softwareumgebungen integrieren und tragen zur Steigerung von Prozessqualität und Kosteneffizienz bei. Damit adressiert enamentis zentrale Herausforderungen in der Medizintechnik- und Sterilgutlogistik.

Das Team vereint umfassende technologische Expertise, unter anderem aus der Tätigkeit ehemaliger Fraunhofer-Spezialisten. So entwickelt enamentis innovative Lösungen für eine effizientere, automatisierte und zukunftsfähige Sterilgutversorgung.

PVAI entwickelt skalierbare Infrastruktur für den Photovoltaik-Rollout großer Immobilienportfolios.

Das Unternehmen standardisiert den gesamten Prozess – von Analyse und Wirtschaftlichkeitsberechnung über Planung, Finanzierung und Bau bis hin zu Betrieb und Stromvermarktung. Seit der Gründung hat PVAI zahlreiche Projekte realisiert und langfristige Rollout-Partnerschaften mit institutionellen Kunden aus den Bereichen Retail und Real Estate aufgebaut.

Mit einer wachsenden Projektpipeline adressiert das Unternehmen die steigende Nachfrage nach Lösungen zur wirtschaftlichen Dekarbonisierung kompletter Immobilienportfolios. PVAI monetarisiert bislang ungenutzte Dachflächen unter anderem über Anlagenverkauf, Dachpacht und direkte Stromversorgung.

Damit ermöglicht das Unternehmen Immobilieneigentümern und Unternehmen, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig zusätzliche Erträge zu generieren. Ziel ist der Aufbau einer führenden Plattform für dezentrale Energieinfrastruktur auf Immobilien in Deutschland und perspektivisch Europa.

Barricadix entwickelt eine Software für eine schnellere und belastbarere Sicherheitsplanung von Zufahrten, Perimetern und Objekten.

Die Plattform digitalisiert den gesamten Prozess – von der strukturierten Erfassung und Risikobewertung bis zum prüffähigen Schutzkonzept. Dabei analysiert Barricadix insbesondere Zufahrtsrisiken, berechnet Fahrzeugdynamiken und leitet daraus konkrete Schutzmaßnahmen ab. Die Ergebnisse können direkt für Genehmigungen, Förderanträge und Ausschreibungen genutzt werden und schaffen eine gemeinsame Faktenbasis für alle Beteiligten.

Die Lösung richtet sich an Kommunen, Veranstalter sowie industrielle und militärische Bedarfsträger. Ergänzend verbindet ein Marktplatz Hersteller und Integratoren anhand objektiver Kriterien wie Normen und Crash-Klassen mit passenden Projekten.

Barricadix stammt aus Paderborn und wird bereits mit Partnern aus Verwaltung und kommunaler Sicherheit im Realbetrieb eingesetzt. Mit einem Dual-Use-Ansatz und einem Netzwerk aus Universität Paderborn und garage33 plant das Unternehmen den weiteren Ausbau von Produkt, Vertrieb und Marktplatz.

DriverTrust entwickelt eine Plattform, die Compliance und Sicherheit in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten automatisiert. Die Lösung wurde gemeinsam mit führenden Onlinehändlern, Versendern und Logistikunternehmen entwickelt und wird bereits durch konkrete Rollouts und Ausschreibungen in den Markt getragen.

Innerhalb von sechs Monaten ist die Zahl der nutzenden Unternehmen von 3 auf 46 gestiegen; zu den zahlenden Kunden zählen unter anderem UPS und Aurubis. Mit beiden Unternehmen befindet sich DriverTrust in internationalen Rollouts mit erheblichem weiterem Umsatzpotenzial. Als Deep-Tech-Unternehmen im Bereich Privacy Tech entwickelt DriverTrust technologische Grundlagen für zusätzliche Anwendungsfälle und verfügt über eine internationale Patentfamilie in 156 Staaten.

Das Unternehmen arbeitet mit dem Self Organizing Systems Lab der TU Darmstadt an drei Forschungsprojekten und hat bislang rund 996.000 € an Innovationspreisen und Forschungsgeldern erhalten. Zu den Gesellschaftern gehört das Land Hessen. Aktuell strebt DriverTrust eine Finanzierung von 500.000 € über ein CLA an, von der noch 130.000 EUR verfügbar sind.

Shit2Power entwickelt eine Lösung zur wirtschaftlichen und nachhaltigen Verwertung von Klär- und Industrieschlamm. Die containerisierte Anlage vergast Schlamm thermochemisch und erzeugt daraus Strom und Hochtemperaturwärme direkt am Entstehungsort.

Dabei werden organische Schadstoffe wie PFAS zerstört und das Schlammvolumen auf weniger als zehn Prozent der ursprünglichen Masse reduziert. Kern der Technologie ist ein patentangemeldeter Vergasungsreaktor, ergänzt durch Standardmodule für Trocknung und Energieerzeugung. Ein KI-gestützter digitaler Zwilling optimiert die Betriebsparameter und ermöglicht die Anpassung an unterschiedliche Schlammarten.

Shit2Power betreibt die Anlagen selbst und erzielt Erlöse über Verwertungsgebühren pro Tonne sowie den Verkauf der erzeugten Energie. Für geeignete Kunden ermöglicht die Lösung eine deutliche Senkung der Entsorgungskosten und gleichzeitig eine lokale Energiegewinnung. Nach über 390 Betriebsstunden und ersten Pilotprojekten plant das Unternehmen mit einer Seed-Runde von 2,5 Mio. € den Aufbau der ersten kundenfähigen Anlage und den Übergang in einen skalierbaren Rollout.

Automating contract compliance - das ist die Mission von adric. Denn in viele Unternehmen erfolgt die Prüfung und Korrektur komplexer Rechnungen häufig manuell oder gar nicht. Ein Problem, da Unternehmen im Schnitt 5 % zu viel an Ihre Supplier bezahlen, da diese nicht gemäß den vereinbarten Rahmenverträgen abrechnen. Dies gilt insbesondere dort, wo hohes Rechnungsvolumen auf lange Rahmenverträge trifft, wie beispielsweise im Bereich Logistik, Fleet oder der Baubranche.

Mit adric´s KI-automatisierter Rechnungskorrektur sind Unternehmen nun in der Lage, jegliche Rechnungen auf Positionsebene gegen Rahmenkonditionen zu prüfen und Überzahlungen zu vermeiden. Dabei zeigt adric nicht nur, welche Rechnungen falsch sind, sondern fordert auch direkt beim Supplier entsprechende Rechnungskorrekturen an, sodass keine wertvolle Arbeitszeit bei Kunden aufgewendet werden muss.

Zu den Kunden zählen vor allem große Maschinen- und Anlagenbauer wie die Dürr Group, Krones AG oder Eberspächer.

ScoreGO ist eine digitale Plattform für Tennisfans, die Live-Scores mit moderierten Social Communities und personalisierten Tennisinhalten verbindet. Die Plattform schafft digitale Räume für Fans, Spieler, Turniere und Verbände und verbindet damit Information und Community.

ScoreGO ist als App für iOS und Android sowie im Web verfügbar, unterstützt sechs Sprachen und verzeichnet bereits mehr als 150.000 Downloads sowie rund 65.000 registrierte Nutzer. Über 40 Turniere, Verbände und weitere Organisationen sind auf der Plattform vertreten. Zu den Partnern zählen unter anderem Swiss Tennis, der Württembergische Tennis-Bund und der Badische Tennis-Verband.

Das Geschäftsmodell kombiniert Premium-Abonnements, kostenpflichtige Creator-Communities, B2B-Partnerschaften und Markenaktivierungen. Aktuell bereitet ScoreGO eine Angel-Finanzierungsrunde über 400.000 € vor, um Wachstum und Monetarisierung in den Kernmärkten weiter auszubauen. Ziel ist es, ScoreGO als führende globale Community-Plattform für Tennis zu etablieren.

Mighto Therapeutics ist ein Biotech-Unternehmen, das eine neuartige genetische Therapie für mitochondriale Erkrankungen entwickelt. Der innovative Ansatz reichert gezielt gesunde, sogenannte Wildtyp-Mitochondrien in erkrankten Zellen an, um deren Funktion wiederherzustellen.

Das führende Entwicklungsprogramm MGT-200 ist für eine Phase-1b-Studie vorbereitet und verfügt bereits über Erfahrungen aus der Anwendung am Menschen sowie regulatorische Unterstützung. Die Technologie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und geistigem Eigentum des University College London (UCL). Mighto Therapeutics adressiert große Orphan-Market-Potenziale im Bereich mitochondrialer Myopathien mit einem erwarteten Peak-Sales-Potenzial von 2,6 Mrd. €.

Das erfahrene Team wird durch Patientenorganisationen und ein hochkarätiges wissenschaftliches Advisory Board unterstützt. Aktuell plant das Unternehmen eine Seed-Finanzierungsrunde über 9 Mio. €. Mit dem Kapital soll eine klinische Phase-1b-Studie durchgeführt und erste Sicherheits- und Wirksamkeitssignale bei Patienten gewonnen werden.